Reisebericht Tibet

Reisebericht Tibet

9. Januar 2013: Kaum zu glauben, tatsächlich rolle ich seit dreizehn Stunden in Richtung Lhasa. Noch vor wenigen Tagen konnten wir uns dessen nicht sicher sein. Die Einreise nach Tibet ist für Ausländer mit einigen Hürden verbunden. Die Größte, eine Gruppe von fünf Personen einer Nation zu sein, konnten wir noch gut meistern. Mit im Zug sitzen fünf meiner Mitfreiwilligen. Weitaus schwieriger war es dagegen eine zweite Auflage zu erfüllen. Weil wir keine Touristen sind, sondern in China arbeiten, brauchten wir ein Schreiben unserer Schule, dass unsere Lehrtätigkeit bestätigt und die Bitte beinhaltet, uns die Einreise nach Tibet zu genehmigen. Arian und ich erhielten unser Schreiben problemlos. Drei andere Schulen weigerten sich aber dieses ohne weiteres auszustellen. Die erste Schule lud meine Mit-freiwillige zu einem Gespräch mit der Schulleitung, in dem sie erläutern musste, warum sie nach Tibet möchte. Die zweite verlangte eine Genehmigung von unserer chinesischen Partnerorganisation Amity Foundation. Die dritte ließ sogar die örtliche Polizei darüber entscheiden, was dazu führte, dass diese Schule am Ende nur die Bestätigung für die Lehrtätigkeit ausstellte. Nachdem ich alle Dokumente gesammelt hatte, lag es an der tibetischen Reiseagentur, die Einreise und Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Vor drei Tagen hatte ich diese dann endlich zugeschickt bekommen. Erst dann konnten wir die Zugtickets kaufen.

Draußen erstrahlt der Himmel in einem klaren hellblau. Die Sonne brennt auf das tibetische Hochplateau herunter. Trotzdem sind Seen und Flüsse gefroren. Auch die Zugtüren sind auf der Innenseite mit einer feinen Eisschicht überzogen. Die 4700 Meter hohe Landschaft ist, bis auf wenige Anhöhen, flach und mit einem braun-gelben Grasteppich überzogen. Anonsten gibt es keine Vegetation, dafür aber vereinzelt Wildpferde und Yaks, das sind schwarze zottelige rinder-ähnliche Tiere. Zum ersten mal sehe ich in China Wildtiere, die größer als Hunde und Katzen sind. Rechts und links von der Bahnstrecke sind Steinbrocken in die Erde gesteckt. Sie bilden ein mehrere hundert Meter langes und bis zu 50 Meter breites Karo-Gitter, dessen einzelne Parzellen 2 m² groß sind. Ob diese von Hand erbauten Anlagen zur Stabilisierung des Permafrostbodens dienen? Ich weiß es nicht. Über die höchste Eisenbahnstrecke der Welt verrät mir mein Reiseführer nur so viel: Achtzig Prozent der Strecke liegen über 4000 Meter hoch. Brücken und Schienendämme sind zusammen insgesamt 160 km lang. In einigen Abschnitten muss im Sommer mithilfe von Kühlschlangen verhindert werden, dass der Permafrostboden auftaut und die Schienen im Schlamm versinken. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf 3,3 Mrd. €.

2000 km später fahren wir in den überdimensionierten Bahnhof von Lhasa ein. Es ist bereits dunkel. Als wir die riesige Bahnhofshalle betreten, fangen uns zwei Polizisten ab und fragen nach unserer Einreisegenehmigung. Es folgt ein kurzes Telefonat. Dann werden wir aus dem Bahnhof direkt zu unserem Touristenführer geleitet. Er wird uns für die nächsten Tage rund um die Uhr begleiten. Sein Name ist Bimba. Gleich zu Beginn bittet er uns keine Fotos von Polizisten oder Soldaten aufzunehmen. Er möchte nicht wegen und mit uns in Schwierigkeiten geraten…

Ihr wollt den ganzen Bericht? Schreibt mir bitte eine Email an: phil-in-china@posteo.de

 

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